Wer bietet weniger? Viele Bildagenturen kürzen Honorare der Fotografen

28. November 2008

Die Zeiten sind hart, die Finanzkrise sickert durch alle Bereiche der Wirtschaft und jeder muss leiden. Warum sollten Fotografen davon ausgenommen sein, dachten sich einige der größten Bildagenturen der Welt und beschlossen, die Fotografenhonorare zu kürzen.Das Sparschwein schlachten

Meist geschieht das nebenbei und dass viele Agenturen es fast zur gleichen Zeit machen, ist vielleicht Zufall. Aber um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hier eine Übersicht der aktuellen Kürzungen:

Corbis:
Die zweitgrößte Agentur der Welt gehört dem Milliardär Bill Gates und hat seit der Gründung noch nie einen Gewinn erwirtschaftet. Vielleicht auch deshalb verkündete der Corbis-Geschäftsführer Gary Shenk auf der „Photo Expo“ Ende Oktober 2008 in New York, den Fotografenanteil auf 40% zu senken. Das gelte aber nur für RM-Bilder, nicht für RF-Bilder und andere Ausnahmen wie Celebrity-Fotos gelten ebenfalls.

Mauritius:
Die größte deutsche Bildagentur Mauritius Images dachte sich ca. einen Monat später das Gleiche und schickte ihren Fotografen neue Verträge, in denen statt der bisherigen 50:50-Verteilung eine 60:40-Verteilung der Einnahmen zugunsten der Agentur gefordert wird.

Jupiter Images:
Die drittgrößte Bildagentur der Welt wurde vor kurzem von der größten, Getty Images, aufgekauft. Jupiter hatte die Idee, die Honorarkürzung nicht als solche zu bezeichnen, sondern einfach eine „technische Gebühr“ zu berechnen. Von der bisherigen 50:50-Aufteilung ergibt sich so nun ebenfalls eine 60:40-Verteilung zugunsten von Jupiter. (Quelle: VISUELL 06/2008, S. 50-51)

Alamy:
Mit über 14 Millionen Bildern im Archiv gehört Alamy mittlerweile auch zu den ganz Großen im Bildermarkt. Deren Fotografen erhielten Ende September 2008 per Mail und Blog-Eintrag den Hinweis, dass die Verteilung von 65:35 (zugunsten der Fotografen) um fünf Prozentpunkte auf 60:40 (zugunsten der Fotografen) ab Januar 2009 gesenkt werde. Damit hat Alamy zwar immer noch einen der höchsten Prozentsätze für Fotografen im Business, aber sie nähern sich langsam nach unten an.

Getty Images:
Die dominierende Bildagentur machte es etwas anders. Sie senkte Anfang 2008 einfach die Preise für die Webnutzung ihrer Fotos auf 49$ (und damit um bis zu 96% des vorigen Preises). Proteste halfen nicht. Dadurch bekamen einige Fotografen so wenig Geld pro verkauftem Foto ausgezahlt, dass vor einigen Tagen 84 Fotografen gegen Getty Images eine Klage eingereicht haben.

Gibt es Honorarkürzungen von Bildagenturen, die ich vergessen habe? Gab es vielleicht auch Bildagenturen, die eine Erhöhung des Fotografenanteils angekündigt haben?


Rezension: „Food Styling For Photographers“ von Linda Bellingham und Jean Ann Bybee

26. November 2008

Hm, ist das lecker. Der Duft der heißen Kartoffeln scheint direkt aus dem Foto zu steigen, das knackige Gemüse lädt zum Reinbeißen ein und fast meine ich, dass süße Eis auf dem Titelbild auf meiner Zunge zu spüren.

Wer schon mal Rezepte aus Zeitschriften mit diesen appetitanregenden Fotos nachgekocht hat, wundert sich, warum die Ergebnisse nie so delikat wie auf den Bildern aussehen. Das Geheimnis sind die Food-Stylisten, welche die Lebensmittel (oder was wir dafür halten sollen) mit allerlei Tricks so präparieren, dass sie auf Fotos gut aussehen.

Die wenigsten Stockfotografen können sich einen Food-Stylisten leisten, der meist mehr kostet als ein Visagist. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass die Food-Stylistin Linda Bellingham im Buch „Food Styling For Photographers“ einige dieser Tricks verrät und Einblick in ihre Arbeit gibt.

Food Styling For Photographers" von Linda Bellingham und Jean Ann Bybee

Das Buch ist nach einer Einleitung und dem notwendigen Zubehör untergliedert in „Kalte Getränke“", „Salate“, „Pasta und Saucen“, „Burger und Sandwiches“, „Fleisch“, „Gemüse“, „Eiscreme“, „Desserts“, „Frühstück“ und „Dekorationen“. Das Buch mit knapp 250 Seiten ist in leicht verständlichem Englisch geschrieben und gut durchdacht: Inklusive lesbarem Layout, Glossar und Index.

Alle Schritte vom Einkauf, über die Lagerung und Vorbereitung bis hin zum Garnieren am Set werden ausführlich beschrieben. Nach dem Lesen des Buchs betrachte ich Food-Fotos mit ganz anderen Augen. Ich weiß, dass die Spuren vom Grillrost mit einem heißen Metallstab (z.B. Holzkohleanzünder) erzeugt werden, dass Sandwiches mit Zahnstochern aufwändig festgesteckt werden oder dass Eis auf Fotos aus gefärbtem und gezuckertem Frischkäse besteht.

So hilfreich diese Tipps auch sind, frustriert einen die englische Variante manchmal. Schwierige Fachbegriffe wie „Basting syringe“ (Fettspritze) oder „wire mesh strainer“ (Maschendrahtsieb) müssen erst mal übersetzt werden, die Maßeinheiten erfordern Umrechnen (oder wer weiß aus dem Kopf, wieviel ein Viertel Inch ist?) und einige Produkte sind in Deutschland kaum erhältlich.

Dazu zählt auch das Wundermittel „Fruit Fresh Produce Protector„, welches genau das macht, was der Name verspricht: Es hält geschnittenes Obst und Gemüse länger frisch, ohne dass es braun wird. Das kann als Behelf jedoch auch aus einer Mischung aus Ascorbinsäure, Zitronensäure, Kieselerde und viel Eiswasser angemischt werden.

Zu jedem Kapitel des Buches gibt es auch ein Foto des fertigen Sets und ein Making-Of-Foto, wie der Setaufbau aussieht. Dazu kommentiert die Fotografin Jean Ann Bybee kurz ihre Arbeit. Die Fotos sehen alle sehr einladend aus, aber da sich das Buch ausdrücklich an Fotografen richtet, hätte ich mir mehr Informationen zu den Fotos gewünscht, zum Beispiel Blende/Belichtungszeit, verwendetes Objektiv und mehr.

Wer sich auf Food-Fotografie spezialisieren möchte, für den ist das Buch dennoch eine Pflichtlektüre.

Bisherige Rezensionen:
Microstock Photography. How To Make Money From Your Digital Images“ von Douglas Freer
Wie sie mit eigenen Fotos Geld verdienen” von Helma Spona
Fotos sehen, verstehen, gestalten” von Martin Schuster
Mit eigenen Fotos Geld verdienen” von Lee Frost


Teil 5: Fotos von Bildagenturen in Playboy, Men’s Health, Stern, National Geographic, Für Sie

24. November 2008

Wer die “Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften” schon gelesen hat, kann nach dem Foto weiterlesen, ansonsten empfehle ich, sich dort einen Überblick zu verschaffen.

Zeitschriften-Cover von Playboy, Men's Health, Stern, National Geographic und Für Sie
Zeitschrift: Playboy
Untertitel: alles, was männern spaß macht
Ausgabe: 10/2008
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 7 Euro
Zeitschriftenthema: Erotik/Technik
Größe der Bildredaktion: Neun Personen (Leitung: Parvin Nazemi (Editorial), Saskia Straße (Pictorial))
Verlag: Playboy Deutschland Publishing GmbH

Beim fünften Teil meiner Zeitschriftenanalyse fangen wir mit einem Klassiker an: Dem wohl bekanntesten Herrenmagazin der Welt, dem Playboy (in der deutschen Ausgabe). Wie wichtig die Hochglanzfotos in diesem Heft sind, wird schon daran deutlich, dass laut Impressum vier Leute der Bildredaktion allein für die Bildbearbeitung zuständig sind.

Deshalb gibt es auch nur 51 Fotos von 16 Bildagenturen im Heft. Die meisten Fotos im Heft sind Auftragsarbeiten, vor allem die Aktfotos und die Mode- und Autofotos.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Agentur Focus: 16
Corbis: 7
underwaterimages.co.uk: 5
dpa: 4
Imago: 4
Ullstein Bild: 3
Cinetext: 2
Getty Images: 2
Augenklick: 1
Caro: 1
Das Fotoarchiv: 1
DEFD: 1
photoselection: 1
transit: 1
Visum: 1
Wildlife: 1

Bemerkungen:
Die Bildcredits im Playboy sind sehr ausführlich, sind aber mit hellgrau auf weiß schwer zu lesen und stehen mal unten auf der Seite und mal am Seitenrand. Die Agentur Focus liegt deshalb auf Platz eins, weil auch viele Aufträge des Playboy über die Agentur vergeben wurden. Im „Sturz“ liest sich das dann so: „Fotograf X/Agentur Focus/fotografiert für Playboy“.

Zeitschrift: Men’s Health
Untertitel: Das größte Männer-Magazin der Welt
Ausgabe: 11/2008
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 4 Euro
Zeitschriftenthema: Fitness/Gesundheit/Erotik/Style
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen (Leitung: Christine Jürgensen)
Verlag: Rodale Motor-Presse GmbH & CO KG

In der Männerzeitschrift finden sich 63 Fotos von 16 Bildagenturen. Auch hier gibt es viele Aufträge in den Bereichen Fitness und Erotik. Übrigens wurden in der Ausgabe fast alle vorgestellten Produkte selbst fotografiert, während viele andere Zeitschriften dafür einfach die kostenlosen PR-Fotos der Firmen nehmen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Shutterstock: 21
Getty Images: 13
Corbis: 10
Imago: 3
Alamy: 2
Laif: 2
Stillsonline: 2
teams2sportfoto.de: 2
Bildarchiv Monheim: 1
M.I.S.: 1
Mauritius: 1
Plainpicture: 1
Reuters: 1
Sportpressefotos Herbert Rudel: 1
Stockfood: 1
Voller Ernst: 1

Bemerkungen:
Ich wette, die haben ein Abo! Men’s Health ist die erste von über 20 Zeitschriften in dieser Liste, bei der mit Abstand eine Microstock-Agentur vorne liegt! Außerdem sind Bilder von Shutterstock sogar auf dem Titelbild zu finden, zwar klein, aber immerhin. Ansonsten werden die Microstock-Bilder eher als Hintergrund genutzt. Dass die Zeitschrift ansonsten nicht spart, wird bei anhand der restlichen Agenturen deutlich, die sich alle im Hochpreis-Segment bewegen. Die Bildcredits sind sehr knapp gehalten.

Zeitschrift: Stern
Untertitel: keiner
Ausgabe: Nr. 39/2008
Erscheinungsweise: wöchentlich
Preis: 3 Euro
Zeitschriftenthema: News/Kultur/Politik/Wirtschaft/Sport
Größe der Bildredaktion: Elf Personen (Leitung: Volker Lensch und Andreas Trampe)
Verlag: Gruner + Jahr AG & CO KG

Lange Zeit war der stern für Fotografen eine Pflichtlektüre. Auch heute noch hat die Zeitschrift einen hohen fotografischen Anspruch, was sich auch in der Agenturliste widerspiegelt, in der die 48 Fotos von 26 Bildagenturen geliefert werden, die international zu den Besten gehören.

Wo sonst können Fotografen mehrere Doppelseiten grandioser Fotos hintereinander betrachten? Außer in der GEO oder der National Geographic vielleicht? In der analysierten Ausgabe gab es gleich auf zehn Seiten vollformatige Fotos des Fotografen Matthew Rolston zu bewundern, der Stars wie Jack Nicholson, Dennis Rodman oder Janet jackson portraitiert hat.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

AP: 10
Getty Images: 6
AFP: 3
dpa: 3
BK&R: 2
Bulls Press: 2
ROPI: 2
Splash News: 2
TAC Press: 2
Imago: 2
Laif: 1
Reuters: 1
77visions: 1
Action Press: 1
Angeli: 1
Aurora: 1
Bilderberg: 1
DDP: 1
EPA: 1
HochZwei: 1
Photothek: 1
Picture Press: 1
Rex Features: 1
Vario Images: 1
xpb.cc : 1

Bemerkungen:

Zu drei der Bildagenturen habe ich leider keine Webadresse gefunden. Wer da weiterhelfen kann, kann das gerne in den Kommentaren nachreichen. Es überwiegen Bildagenturen, die auch Nachrichtenfotos spezialisiert sind. Die Zuordnung der Bildcredits erfolgt beim stern in der Regel am Bild selbst. Die Zuordnung der einzelnen Agenturen war etwas schwierig, weil es beispielsweise „Getty/AFP“ und „AFP/Getty“ gleichermaßen gab. Hier habe ich einfach immer die erstgenannte Agentur gezählt.

Zeitschrift: National Geopgraphic Deutschland
Untertitel: keiner
Ausgabe: September 2008
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 4,50 Euro
Zeitschriftenthema: Reportagen/Natur/Geographie
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen (Leitung: Kathrin Müller)
Verlag: G + J

Eben war von ihr die Rede, nun kommt sie gleich unter die Lupe. Gefunden werden 19 Fotos von 13 Bildagenturen. Das ist für das reich bebilderte Magazin wenig, dafür gibt es sehr viele exklusive Auftragsfotos. Und wie schon beim Stern bemerkt: Füt Fotografen ist es ein Genuss, die vielen Fotos doppelseitig sehen zu können.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Corbis: 5
Alamy: 2
Minden Pictures: 2
National Geographic Image Collection: 2
Getty Images: 2
Picture Press: 2
Age Fotostock: 1
Animals Animals: 1
Arctic Images: 1
Look: 1
Magnum: 1
Prospekt: 1

Bemerkungen:
Die meisten Agenturen haben sich auf Natur- und Tierfotos spezialiert, was bei der thematischen Ausrichtung des Magazins zu erwarten war. Die Bildcredits sind vorbildlich: Erwähnt werden Fotograf und Agentur mit bildgenauer Zuordnung, z.B. „Fotograf/Agentur (oben rechts)“.

Zeitschrift: Für Sie
Untertitel: keiner
Ausgabe: 20/2008
Erscheinungsweise: zweiwöchentlich
Preis: 2,20 Euro
Zeitschriftenthema: Mode/Beauty/Kochen/Kultur
Größe der Bildredaktion: Vier Personen (Leitung: Christine Golli)
Verlag: Jahreszeiten Verlag

Zum Ende der heutigen Analyse noch eine „typische“ Frauenzeitschrift. Hier gibt es 41 Fotos von 16 Bildagenturen zu sehen. Neben diesen Agenturfotos gibt es noch viele Auftragsfotos im Bereich Mode und Kosmetik.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Jahreszeiten Verlag: 16
Picture Alliance: 6
Corbis: 3
fancy: 3
Getty Images: 2
Laif: 2
Action Press: 2
dpa: 1
Mauritius: 1
Stockfood: 1
Cinetext: 1
Flora Press: 1
Gamma: 1
Springer Pics: 1
Wireimage: 1

Bemerkungen:
Die Zeitschrift macht es Fotografen nicht leicht. Zum einen stehen die Bildcredits immer an anderer Stelle, dann auch nur am Ende eines Artikels für alle Fotos des Artikels, was eine bildgenaue Zuordnung oft unmöglich macht. Außerdem werden mal Zahlen hinter den Agenturnamen angegeben und mal nicht. Wenn beispielsweise auf einer Seite fünf Fotos abgedruckt sind und als Fotocredit nur steht „Fotos: Getty, Corbis“, ist unklar, wieviel dieser Fotos von welcher Agentur sind. Manchmal steht jedoch korrekt dabei „Fotos: Getty (2), Corbis (3)“. Meine Zahlen oben sind deshalb mit Vorbehalt zu betrachten.
Auffällig ist auch, dass der Hauptteil der Bilder von der „hauseigenen“ Bildagentur geliefert wurde. Oder anders formuliert: es wird oft im eigenen Archiv gekramt. „Fancy“ ist übrigens keine Bildagentur im üblichen Sinne, sondern eine High-End-Bildkollektion, der Firma Veer, die wiederum vor einem knappen Jahr von Corbis gekauft wurde. Ja, so unübersichtlich ist die Bildbranche manchmal.

Einige Zahlen noch:
Mittlerweile befinden sich 202 Bildagenturen in meiner Excel-Tabelle, die zusammen 1839 Fotos an Zeitschriften verkauft haben. Die Top 5 sind nach Rang geordnet:
1. Action Press (191 Bilder)
2. Getty Images (163 Bilder)
3. Corbis (151 Bilder)
4. Mauritius (67 Bilder)
5. dpa (60 Bilder)

So ganz genau ist die Reihenfolge leider nicht. Beispielsweise verkaufen Getty und Corbis sehr viel Material anderer Partneragenturen und da einige Zeitschriften sich bei ihren Credits nicht zwischen dpa und der Picture Alliance von dpa entscheiden können, habe ich beide separat gezählt. Würde ich die kombinieren, läge dpa auf Platz 4.

Ebenfalls interessant: Die alte Pareto-Verteilung, wonach 80% des Gewinns von 20% der Teilnehmer erwirtschaftet werden, stimmt hier ebenfalls ziemlich genau. Die Top-20% der Bildagenturen lieferten 80% der Bilder an die Zeitschriften.

Übersicht der Marktanalyse:


Fotos an der frischen Luft

23. November 2008

Frisch ist noch untertrieben. Das Thermometer zeigte 0°C an und das gestern um 16 Uhr. Da fällt mir ein: Habt Ihr auch die Uhren in Euren Digitalkameras wieder auf Winterzeit umgestellt?

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Ich wollte mit einem Kumpel paar touristische Köln-Fotos machen. Er musste absagen (Gute Besserung!), aber ich wollte trotzdem raus. Zum einen sind Außenaufnahmen eine willkommene Abwechslung zu den Studio-People-Fotos, zum anderen bin ich neuerdings in einer Foto-Gruppe, in die wir zum nächsten Mal einige Baustellenfotos mitbringen sollen.

Dabei fielen mir einige Dinge auf:

1. Ich finde meine Stativschelle für das 70-200er Tele nicht mehr.
2. Die Sonne geht im November schon ziemlich früh unter.
3. Metallstative bei Minusgraden tun weh.
4. Wer eine große Kamera auf einem Stativ an eine Straße stellt, sorgt dafür, dass die Autos deutlich langsamer fahren.
5. Es scheint kaum noch Baustellen in Köln-Mülheim zu geben.
6. Trotz Stativ kann eine Aufnahme auch durch den Druck auf den Auslöser verwackeln. (Ich gebe zu, dass das fotografisches Grundwissen sein sollte, aber ich fotografie so selten mit Stativ, dass ich diese Lektion ab und zu auffrischen muss.)

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Außerdem habe ich wieder gemerkt, wie sehr ich die digitale Technik liebe. Vor zehn Jahren, kann ich mich erinnern, stand ich bei Langzeitbelichtungen noch mit Zettel und Stift neben der Kamera, um die Blende/Verschluss-Werte sorgfältig aufzuschreiben. Nach ca. einer Woche versuchte ich dann, die Negative zu vergleichen und Lehren daraus zu ziehen. Heute sehe ich sofort, wenn ich etwas falsch gemacht habe.

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Soll ich noch einen Trick verraten? Der dekorative Vogel auf dem Köln-Panorama ist im Original nur halb so groß. Aber ich habe nie behauptet, authentische Bilder zu machen.


Was steht in meinem Blog? Wortwolke mit Wordle als Antwort.

22. November 2008

Zum Wochenende mal kurz etwas Unterhaltsames. Auf der Webseite Wordle.net kann man sich aus seinem Blog Tag-Wolken (auch Wortwolken genannt) zusammenstellen lassen, die viel hübscher aussehen als die Tagwolken von WordPress und Co.

Hier eine Übersicht der am meisten benutzten Wörter in meinem Blog „Alltag eines Fotoproduzenten„:

wordle-wolke-blog-03und noch zwei Variationen:

wordle-wolke-blog-01

wordle-wolke-blog-02

Der Fairness halber: Ich bin bei einem anderen Foto-Blog über diese Webseite gestolpert, da hatte der Blogger seine Lieblingsbands von Last.Fm als Wordle-Wolke anzeigen lassen. Leider habe ich vergessen, welcher Blog das war. Sachdienliche Hinweise bitte einfach als Kommentar hinterlassen.


Fotolia veranstaltet Gratis-Workshop mit dem Stockfotografen Yuri Arcurs

20. November 2008

Na gut, es ist vielleicht untertrieben, Yuri Arcurs nur „einen Stockfotografen“ zu nennen. Immerhin ist er nach eigenen Angaben der Fotograf mit den meisten Fotoverkäufen weltweit. Und wenn ich daran denke, dass ich beim Besuch in der Kölner Stadtbibliothek sofort zwei Buchtitel mit seinen Fotos erkannt habe, glaube ich ihm das auch. Nur Andres Rodriguez ist vielleicht anderer Meinung. ;-)

Mit genau diesem Yuri Arcurs veranstaltet die Microstock-Bildagentur Fotolia einen Workshop am 06.12.2008 in Berlin zum Thema „Learn To Shoot What Sells„. Im Gegensatz zu den istockalypse-Events des Konkurrenten istockphoto kostet die Teilnahme nicht mehrere hundert Euro, sondern ist gratis. Der kleine Haken: Die 15-20 Plätze werden bis zum 27.11.2008 verlost.

Mehr Infos und die Teilnahmebedingungen finden sich hier.


Coole Musiker-Fotos mit Daniel Morgenroth

17. November 2008

Wer sich wundert, warum die Fotos aus meiner neusten Fotosession etwas anders aussehen als sonst, dem sei der Grund verraten: Das Model war auch keins der „üblichen“ Models, sondern ein guter Freund mit einer riesigen, beeindruckenden CD-Sammlung. Das erwähne ich zum einen, weil ich ihn darüber kennengelernt habe und zum anderen, weil er auch selbst Musiker ist.

Straßenmusiker
Daniel Morgenroth
heißt er und bei hier bei Myspace könnt ihr mal hören, wie sich die Stimme zum Gesicht auf den Fotos anhört.

Musiker spielt Gitarre
Die Fotos sind hauptsächlich für ihn als Promo-Fotos gedacht, aber ich wäre kein guter Stock-Fotograf, wenn ich nicht darauf achten würde, dass auch Motive entstehen, die für Bildagenturen spannend sein könnten.

Konzert vor Abfall

Im Baum Gitarre spielen

Romantischer Barde

Und, was meint ihr? Passen die Fotos zur Musik?


Das grosse Fressen – Der Wettbewerb der Microstock-Bildagenturen

14. November 2008

Dieser Blog und dieser Beitrag sind umgezogen. Bitte aktualisieren sie ihre Links oder RSS-Feeds.

Der Inhalt ist nun hier zu finden:
http://www.alltageinesfotoproduzenten.de/2008/11/14/das-grosse-fressen-der-wettbewerb-der-microstock-bildagenturen/


Stockfotografie-Interview: Elisabeth Cölfen (Fotografin)

12. November 2008

Seit ca. zehn Monaten schreibe ich schon in diesem Blog über Stockfotografie. Nun wird es Zeit, ab und zu auch mal andere Personen aus der Branche zu Wort kommen zu lassen: Kollegen, Bildagenturen, Firmen, Kunden etc.

Elisabeth Cölfen

Den Anfang macht die Stockfotografin Elisabeth Cölfen aus Duisburg. Sie beweist, dass „typische“ Stockfotografen eben meist keine gelernten Fotografen sind, sondern oft Quereinsteiger. Ihre Bilder sind mir auf meinen Internet-Streifzügen oft ins Auge gefallen, weil sie, hm, irgendwie niedlich sind.

Den Beweis erbringt sie auf ihrer Webseite und in ihrem Blog. Für ihre leckeren Food-Fotos hat sie ein eigenens Portfolio.

Elisabeth Cölfen Food

Vorhang auf, Kassettenrekorder an und los geht’s:

Seit wann fotografierst Du schon?

Seit 2004.

Warum wolltest Du Fotografin werden?

Oh, da muss ich etwas ausholen. Meist wird ja hier eine Geschichte nach dem Motto „Meine erste Kamera bekam ich im Alter von 8 Jahren von meinem Opa geschenkt, der auf eine Leica umstieg und mir seine Spiegelrefex-Kamera überließ …“ erzählt.

Bei mir ist das ganz anders. Ich habe mich nie für Fotografie interessiert und auch nicht gern fotografiert. Die üblichen Schnappschüsse von meiner Tochter im Zoo etc., aber ich würde nicht sagen, dass es mir viel Spaß gemacht hat.

Auch beruflich hatte ich als studierte Gemanistin/Anglistin keinen Bezug zur Fotografie. Ich bin eher „andersherum“, nämlich über die Bildbearbeitung, an die Fotografie gekommen.

Mitte der 90er entdeckte ich die Software „Bryce“, mit der man am Computer Landschaften generieren kann. Ich kaufte mir ein englischsprachiges Buch dazu, und die Autorin Susan Kitchens gab an, dass man ihr in einem AOL-Channel live Fragen stellen könne. Wegen der Zeitverschiebung setzte ich mich dann nachts um drei an den Rechner und loggte mich bei AOL ein. Die Autorin war nicht da, aber jemand sprach mich auf deutsch an „He, du kommst ja aus meiner alten Ecke“. Und damit hatte ich Kai Krause kennengelernt, den Schöpfer der Programme Kai‘s Power Tools, Soap, Convolver, Goo und vieler anderer. Er war mit 19 Jahren aus Essen in die USA ausgewandert, um dort in vielen Bereichen (z.B. Musikvisualisierung) sehr erfolgreich zu sein. Über ihn lernte ich Bildbearbeitung und Interface-Design kennen und war begeistert von den Möglichkeiten. Zunächst einmal waren Fotos für mich also in erster Linie „Material“ zur Bildbearbeitung.

Später hatte ich auch beruflich mehr mit visuellen Dingen zu tun. Zunächst als Webmaster der Uni Essen (heute Duisburg-Essen), und dann im Rahmen einer Stelle in einem Multimedia-Projekt, wo ich an der Erstellung von Lernsoftware für Studierende der Linguistik mitgearbeitet habe. Da habe ich oft Bilder mit einer kompakten Digitalkamera aufgenommen und bearbeitet. Und mit der Zeit machte mir der Umgang mit Bildern mehr Spaß als mein „eigentlicher“ Beruf.

Dann fiel mir irgendwann das Buch von Lee FrostMit eigenen Fotos Geld verdienen“ in die Hände. Und obwohl das Buch zu dem Zeitpunkt schon etwas veraltet war, gab es mir den ersten Anstoß zur beruflichen Neuorientierung. Ich kaufte mir eine analoge Minolta und legte los. Ich war mächtig stolz auf meine ersten Bilder, bei deren Anblick es mich heute gruselt. Die Bilder wollte ich dann einscannen und an die Agenturen schicken, aber die Qualität der Scans gefiel mir nicht. Und erst dieser ganze mühsame Prozess mitsamt Entwicklung etc.! So investierte ich kurze Zeit später in meine erste digitale Spiegelreflexkamera, eine Canon EOS 10D.

Die Bildqualität/Größe der Bilder genügte den Ansprüchen der Agenturen bald nicht mehr, und ich kaufte mir eine Canon 1Ds MarkII, die nun schon in vierten Jahr tadellos funktioniert.

Seit wann fotografierst Du professionell und seit wann bietest Du Stockfotografie an?

Seit 2005.

Gibt es Themen oder Motive, auf die Du Dich spezialisiert hast?

Ich habe mit Food und Stills angefangen. Dann bekam ich immer mehr Anfragen für Shootings und habe dann mehr und mehr People-Fotografie gemacht.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?

Ich mag helle Szenen und Motive. Besonders bei Food fotografiere ich gern mit offener Blende und viel Licht – auch gern Tages- und Blitzlicht gemischt.

Im Bereich People mache ich bei jedem Shooting zwar auch ein paar klassische Portraits, die meisten Bilder sollen aber Situationen des täglichen Lebens darstellen – und das möglichst glaubhaft. „Stock photos with a message“ sage ich gern dazu. Wirklich überzeugend gelingt das aber nur, wenn die Atmosphäre zwischen dem Model und mir stimmt. Man sieht auf den Fotos, ob die Models einen schönen Tag mit mir verlebt oder sich etwas unwohl gefühlt haben.

Ich habe außerdem die Erfahrung gemacht, dass sich „erfahrene Modelle“ nicht so gut für solche Aufnahmen eignen, weil sie so viel posieren, dass die Szenen unnatürlich wirken. Auch beim Make Up bin ich für den natürlichen Look.

Elisabeth Cölfen People

Was macht Dir bei der Fotografie am meisten Spaß?

Alles außer der Schlepperei (lacht). Aber dabei habe ich ja zum Glück meist Hilfe. Ich mag, dass ich alles selbst planen, vorbereiten, durchführen und nachbearbeiten kann. Vor dem Shooting sammle ich Ideen in einer MindMap. Dann kaufe ich noch fehlendes Equipment ein. Bei People-Shootings mache ich das Make-Up selbst, bei Food-Shootings das Food-Styling. Und zum Schluß natürlich die Bearbeitung und je nach Agentur leider auch die Verschlagwortung. Die macht mir am wenigsten Spaß, aber auch das gehört dazu.

Wenn ich höre, wie manche (Stock)fotografen arbeiten… Da plant der Editor das Shooting, am Set sind Visagistin und Stylistin und Assistent … Der Fotograf kommt, fotografiert und überlässt die Bearbeitung auch seinen Assistenten. Daran hätte ich keine Freude.

Wie unterscheiden sich für Dich Auftragsfotografie und Stockfotografie?

Ich mache keine Auftragsfotografie. Oder nur sehr selten. Weil ich eben gern alles selbst mache und weil sich die Stockfotografie so nahtlos in den Alltag integrieren lässt. Ich kann tun, was ich will und wann ich es will.

Wie viele Bildagenturen belieferst Du regelmäßig?

Exklusiv im Moment Masterfile, Stockfood, Imagesource und agefotostock. Dann ein ganze Reihe auf nicht exklusiver Basis.

Wieviel Prozent Deines Einkommens macht die Stockfotografie ungefähr aus?

100 Prozent im Moment.

Was macht für Dich eine gute Bildagentur aus?

Ich unterscheide zwischen „Vermarktern“, bei denen man die Bilder hochlädt und diese dann geprüft oder ungeprüft in den Verkauf gehen (wie z.B. Alamy oder auch dem Imagebroker) und Agenturen. Von einer Agentur, die ich exklusiv beliefere, erwarte ich, dass ich als Partner fair behandelt werde. Ich erwarte auch, dass die Agentur gute und originelle Werbekampagnen macht.

Eine gute Übersicht über die Bilderlöse gehört auch dazu. Und ich erwarte, dass auch Similars genommen werden. Wenn von einem Shooting nur zwei Motive ausgewählt werden, rechnet sich das für mich nicht.

Wie hat sich aus Deiner Sicht der Stockfotografie-Markt in den letzten Jahren entwickelt?

Alles ist technisch viel einfacher geworden. Man kann digitale Daten verschicken – und zwar per Internet und nicht mit der Post.

Der Zugang zur Stockfotografie ist auf allen Ebenen einfacher geworden. Durch die günstigeren Preise für Hardware und Studioausstattung kann heute jeder Stockfotograf werden.

Dadurch ist natürlich auch die Konkurrenz größer geworden und die Menge an Stockbildern insgesamt. Es wird z.T. weniger für das einzelne Stockbild bezahlt (Microstock), dafür wird weniger für Auftragsfotografie und insgesamt mehr für Stock ausgegeben.

Wie glaubst Du, wird sich der Stockfotografie-Markt entwickeln?

Ich habe keine Ahnung. Ganz ehrlich: Das ist das einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann. Auch ich bin sehr verunsichert durch die aktuelle Lage. Aber ich bin ziemlich sicher, dass es nicht irgendwann nur noch eine einzige Bildagentur geben wird.

Und ich denke auch, dass es für gute und originelle Bilder immer einen Käufer geben wird.

Welches war Dein größter fotografischer Fehler?

Da gab es viele. Am Anfang habe ich Bilder mit nicht kalibriertem Monitor bearbeitet und eingereicht. Bei einem Shooting in der Wohnung eines Models funktionierte der Elinchrom-Blitzauslöser nicht. Ich war vollkommen verzweifelt, und das Model hatte sich und die Wohnung vorbereitet. Ich war mit einem Auto voller Equipment angereist, und das Shooting nun abzusagen hätte eine mittlere Katastrophe bedeutet. Dabei hatte der Auslöser immer tadellos funktioniert. Nach einer Ewigkeit kam ich endlich darauf, dass das Gerät nicht von der Kamera, sondern von einer kleinen Batterie mit Strom gespeist wurde. Zum Glück hatte der nahegelegene Saturn-Markt eine Batterie vorrätig…

Irgendwelche Tipps für angehende Stockfotografen?

Oh ja. Ich würde keinesfalls alle meine Bilder zu einer Agentur geben oder mich auf ein Lizenzmodell festlegen. In einer so unsicheren Zeit halte ich es für sehr wichtig, viele Eisen im Feuer zu haben.

Und dann würde ich direkt gutes Equipment kaufen und dafür lieber weniger. Besonders im Bereich Studiolicht habe ich so manche vermeintlich „günstige“ Anschaffung bereut.

Vielen Dank für das Interview!

Okay, wer mir Vorschläge für weitere Interview-Partner machen will, kann mir gerne eine Mail schreiben. Wer Elisabeth noch etwas fragen möchte, kann die Frage gerne als Kommentar stellen. Sie liest diesen Blog ebenfalls und wer weiß, vielleicht antwortet sie ja.


Virtuelles Kalender-Shooting

10. November 2008

Mal etwas zur Abwechslung zwischendurch: Der US-Radiosender WAAF bietet auf der Webseite Mantown Money Shot ein unterhaltsames Foto-Spiel an. Dabei muss erst eine zögernde Dame zum Shooting animiert werden und danach in zwei Minuten acht Fotos von halbnackten Frauen gemacht werden, die den Chefredakteur zufrieden stellen. Würdest Du als Kalender-Fotograf bestehen?