Szenen einer Hochzeit

26. Februar 2008

Neben Aktfotos gehören Hochzeiten zu den schwierigsten Aufgaben eines Fotografen. Damit der glücklichste Tag im Leben auch nach zig Jahren frisch im Gedächtnis aller bleibt, sollen die Fotos so viele Details wie möglich abdecken: Die Gäste, den Polterabend, das Buffet, den Brautstrauß, die Eheringe und natürlich möglichst viele Fotos des Brautpaars selbst.


Das erste Mal habe ich mich nun an diese Herausforderung gewagt. Die Vorbereitung begann lange vor dem Hochzeitstag, einige Tage vor der Trauung fuhr ich mit dem zukünftigen Bräutigam zur Kirche, um das Licht zu testen und mich dem Pfarrer vorzustellen und zu erfragen, wann ihm Fotos recht sind und wann nicht.

Als Objektiv meiner Wahl diente mir ein geliehenes Canon 80-200 IS USM 2.8 L, welches mich so überzeugte, dass ich es mir danach kaufte. Außerdem kam für einige Gruppenaufnahmen draußen das Canon 24-105 4.0 IS USM L zum Einsatz. Meist habe ich mit einem Aufhellblitz gearbeitet. Hilfreich war ständig ein Cousin der Braut, der mit neue Batterien oder Speicherkarten reichte oder mal etwas beim Objektivwechsel hielt.

Dank des kooperativen Brautpaars werden ausgewählte Fotos der Hochzeit auch über Bildagenturen erhältlich sein. An dieser Stelle noch mal dem Ehepaar alles Liebe für die Zukunft und nun viel Spaß mit den Fotos.



Unverhüllte Wegweiser – Was Fotografen von der Erotikbranche lernen können

22. Februar 2008


Heute gab es in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 17 einen Artikel mit der Überschrift „Der letzte Rest vom Schützenfest„. Darin ging es um den Niedergang der gedruckten Erotik, weil sie gegen die Konkurrenz aus dem Internet kaum eine Chance hätte.

Die deutsche Erotik-Presse steuert auf ihr eigenes Begräbnis zu. Seit fünf Jahren befinden sich die Auflagen im freien Fall. [...]
Im Internet gibt es nackte Tatsachen kostenlos und anonym, dazu Online-Communities, Kontaktbörsen und harte Sexfilmchen. [...]
Der Umsatzanteil am gesamten Zeitschriftenverkauf lag 2006 bei weniger als einem Prozent. Tendenz fallend. Männermagazine im Hochglanz-Look zählen hier nicht dazu, tun sich aber ebenfalls schwer. [...]

Doch was hat das mit uns Stock-Fotografen zu tun? Die Pornobranche war oft ein Vorreiter, wenn es um die Nutzung neuer Technologien ging. Erst trugen sie zur Verbreitung der Videokassetten bei, dann gab es gestöhnte 0190-Nummern in nächtlichen Werbesendungen, später Dialer auf Sexseiten, danach Zugang zu Erotikwebseiten als Abonnement. Auch Pornos auf Blue-Ray-Discs sind seit langem erhältlich.

Parallelen zur Bildagenturen-Welt lassen sich durchaus feststellen. Die Beliebheit von neuen Online-Agenturen wuchs auch durch Communities, Agenturen wie Shutterstock, istockphoto oder Framepool bieten mittlerweile auch (bzw. nur) Video-Footage an, Webseiten verschenken Fotos und die Abonnement-Vermarktung von Fotos hat auch vor kurzem Einzug in die Branche gehalten.

Wer nun als Indikator für Zeitschriften-Trends die Erotikmagazine nimmt, kann befürchten, dass erst Nackte-Haut-Postillen schnell verschwinden werden und somit auch potentielle Bildkäufer. Andere Zeitschriften könnten folgen. Was das für die Praxis bedeutet, wird sich zeigen.


Stockfotografie vs. Fotowettbewerbe

21. Februar 2008

Seitdem ich meine Fotos verkaufe, achte ich viel genauer darauf, wie meine Fotos benutzt werden. Immerhin sind sie mein „Kapital“. Auch die Bedingungen von Fotowettbewerben lese ich sehr aufmerksam. Das führte dazu, dass ich bei fast keinen Fotowettbewerben mehr mitmache.

Ein aktuelles Beispiel:
Die Webseite www.wetter.com veranstaltet einen Fotowettbewerb für Winterbilder. In den Teilnahmebedingungen steht u.a.:

Mit der Einsendung eines oder mehrerer Fotos [...] räumt der Teilnehmer der wetter.com AG die folgenden nicht-ausschließlichen, übertragbaren, räumlich und zeitlich unbeschränkten Rechte – einschließlich des Rechts zur Unterlizenzierung – an dem Bildmaterial ein:

* das Vervielfältigungs- und Verbreitungsrecht, d. h. das Recht, das Bildmaterial im Rahmen der hier eingeräumten Rechte beliebig zu vervielfältigen und zu verbreiten;

* das Recht der öffentlichen Wiedergabe, insbesondere das Aufführungs- und Vorführungsrecht, das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung [...], das Senderecht (d. h. [...] über den Fernsehsender „Deutsches Wetter Fernsehen“ zugänglich zu machen), das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger [...].

Das bedeutet ungefähr: Eingesandte Fotos – auch wenn sie nicht gewonnen haben – dürfen vom Veranstalter kostenlos für deren Webseite und Fernsehsender benutzt werden. Außerdem dürften diese Rechte auch an beliebig viele andere – der Formulierung „Unterlizenzierung“ sei Dank – weitergegeben werden.

Und wofür das alles? Einmal pro Woche werden 50 € für das beste Bild bezahlt. Zur Erinnerung: Genutzt werden dürfen aber alle Einsendungen, auch die der „Verlierer“. Genutzt werden beispielsweise über 130 Fotos auf der Webseite für den kostenlosen „Download als Wallpaper“. Allein für solche Rechte würden beim Kauf der Bilder bei Bildagenturen meist mehrere tausend Euro fällig.

Wer sich vor solchen Klauseln in Wettbewerben schützen will, findet hier mehr Informationen:
http://www.fotowettbewerbe.de/ratgeber/#more-1
http://www.fotorecht.de/publikationen/fotowettbewerb.html


Etwas peinlich

14. Februar 2008


Es ist mir etwas peinlich, aber die Fotos der folgenden Fotoproduktion sind erst nach ca. vier Monaten fertig geworden. Das lag an Dingen, die jetzt behoben wurden. Dafür gibt es wieder einige schöne Bilder von Mutter und Tochter zu sehen, auch wenn es beiden nicht so sehr anzusehen ist wie anderen Eltern/Kinder-Paaren.


Die komplette Fotoserie kann auf meiner Webseite betrachtet werden.


Meine Ausrüstung (Übersicht)

11. Februar 2008

Nach der Veröffentlichung meines Making-Of-Videos gab es viele Anfragen, was für eine Ausrüstung ich benütze.

Ich will sie kurz vorstellen und dann ab und zu genauere Erfahrungen zu den einzelnen Bereichen posten.

1. Kamera und Linsen
2. Beleuchtung
3. Hintergrund
4. Zubehör
5. Computer

6. Requsiten

1. Kamera und Linsen
Ich habe mit dem Canon-System angefangen und bin von der EOS 500 über Umwege zur Canon 5D gelangt. Bevorzugt arbeite ich mittlerweile mit dem EF 24-105mm 4 USM IS L-Objektiv von Canon, für Nahaufnahmen kommt auch das Sigma 105mm 2.8 Makro-Objektiv zum Einsatz. Bei Außenaufnahmen auch das niedliche 50mm 1.8 II-Objektiv von Canon.

2. Beleuchtung
Ich arbeite mit 2x 500W und 1x 250W-Studioblitzen, einer großen 150cm Octobox und manchmal mit einer kleineren 80×80cm-Softbox. Die Blitze werden mit einem Funkauslöser gesteuert. Als Aufheller dient manchmal ein rechteckiger Reflektor (Sun-Bouce Pro Big).
Außen benutze ich den Canon Speedlite 580EX-Blitz mit einem Diffusor oder einen kleinen Softbox.

3. Hintergrund
Im Studio bevorzuge ich das HitLite-System von Lastolite, welches mit zwei Blitzen links und rechts den Hintergrund weiß ausleuchtet. Dazu gibt es eine Vinylfolie für den Boden, die jedoch nicht ganz pflegeleicht ist.

4. Zubehör
Als Speicherkarten dienen eine 2GB, eine 4GB und eine 8GB-Sandisk Extreme III Compact Flash-Karte. Ein Stativ ist vorhanden, wird jedoch selten benutzt. Viel eher ist das bei den Wechsel-Akkus der Fall.

5. Computer
Ich arbeite mit einem Windows-PC (3200+ 2,GHz, 2 GB RAM, Kartenleser), aber ein Mac ginge natürlich genauso gut. Für die Bildbearbeitung nutze ich Photoshop CS3, für die Vorsortierung Adobe Bridge. Sehr hilfreich als Bildbetrachter ist die Freeware IrfanView. Ein Laptop mit Kartenleser dient als Datenspeicher und Bildbetrachter für Outdoor-Shoots und auf Reisen.

6. Requisiten
Im Laufe der Zeit sammeln sich immer Dinge an, die für Fotos öfter gebraucht werden. Dazu gehören zum Beispiel einige Hüte und Mützen, Bücher mit dezenten Buchrücken, Berufskleidung und Feiertagsdekorationen.

Aber die Technik ist egal…
Die obigen Dinge sind jedoch nicht zwangsläufig notwendig, um gute Stockfotos zu produzieren. Es gibt auch Bilder von mir, die mit drei Baustrahlern und einer Canon 20D mit Sigma-Objektiv fotografiert wurden. Die beiden Fotos oben zeigen den Vergleich zwischen beiden Ausrüstungen. Ist ein Unterschied zu erkennen?


Kleiner Stil-Tipp

10. Februar 2008

Wer Stockfotos produziert, braucht auch ein Auge für Kleidung, Mode und Stil, damit die Fotos nicht schon in wenigen Monaten veraltet aussehen.

Neben dem Studium der einschlägigen Modemagazine hilft auch ein aufmerksamer Blick im Alltag. Beim Kölner Karneval ist mir beispielsweise aufgefallen: Der Renner dieses Jahr war die Verkleidung als Sträfling - das trifft sich gut mit den gerade trendigen Streifen.

In der Wochenendbeilage der Süddeutschen Zeitung vom 09.02.2008 auf Seite V war ein Portrait des berühmten Modefotografen F.C. Gundlach, in dem dieser eine weitere Beobachtung schilderte:

„In einigen Jahren wird man ein Foto von heute daran erkennen, dass kaum ein männliches Model eine Krawatte trägt. Das geht jetzt schon seit drei Jahren so. Aber sie wird wiederkommen. Garantiert.“

Das gilt freilich eher für Modefotos als für die gut verkäuflichen Business-Bilder, hilfreich ist dieser Kommentar trotzdem bei der Entscheidung für oder gegen den Schlips.


Wie ich arbeite

10. Februar 2008

Das Video ist jetzt schon ein halbes Jahr alt, aber trotzdem interessiert einige vielleicht noch, wie ein Blick hinter die Kulissen einer Fotoproduktion aussieht. Bei Youtube gibt es ein Video zu sehen, wie bei mir eine typische Fotosession abläuft.

Mittlerweile habe ich mich aber weiter entwickelt und
mache die Fotos in meinem eigenen kleinen Studio.

.

Viel Spaß beim Anschauen.


Mehr Männerfotos

2. Februar 2008

Während ich im letzten Jahr zig Frauen fotografiert hatte, waren nur eine Handvoll Männer dabei. Deshalb werde ich in den kommenden Monaten bevorzugt Männerbilder machen. Hier kommen die ersten…
Die komplette Fotoproduktion kann hier angeschaut werden.


Willkommen

2. Februar 2008

Hallo,

das ist der erste Eintrag und viele werden folgen.
Ich bin selbständiger Fotoproduzent für Stockfotografien und werde hier den Vorhang zur Seite ziehen, um einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Wie entstehen z.B. die Fotos, die in Zeitungen, Zeitschriften und Werbekampagnen zu sehen sind?

Viel Spaß beim Lesen…