Bildersuchdienst TinEye erweitert Index um 100 Millionen Bilder
Juli 5, 2008Die Überschrift sagt eigentlich alles. Der Bildersuchdienst TinEye hat seinen Index um über 100 Millionen Bilder erweitert und durchsucht damit nun über 586 Millionen Bilder im Internet, um sie mit vorgegebenen Fotos abzugleichen.
Ein kleiner Test von mir: Tatsächlich habe ich mein obiges Stockfoto auf der Webseite einer Investmentfirma wiedergefunden (trotz Cropping und einer Größe von ca. 50×70 Pixel), was beim Suchlauf vor der Indexerweiterung nicht angezeigt wurde.
Wenn das keine gute Nachricht für Stockfotografen zum Wochenende ist…
Kleiner Wermutstropfen: Das oben gesuchte Bild hatte ich von meiner Agenturwebseite genommen, die es als AdobeRGB angezeigt. Damit wurde das Bild auf der anderen Webseite gefunden. Hier ist das Foto im sRGB-Farbraum umgewandelt worden (und etwas verkleinert worden), damit findet es TinEye noch nicht. Email an die Ertwickler ist raus, ich hoffe, das System wird dahingehend noch verbessert.
Wer TinEye selbst testen will, schreibe mir einen kurzen Kommentar, paar Einladungen kann ich noch vergeben.
Bilderberg: Arbeit trotz Insolvenz
Juli 5, 2008Die alteingessene Hamburger Bildagentur Bilderberg hat zum 30.04.2008 beim Hamburger Landgericht Insolvenz angemeldet (Aktenzeichen 67aIN172/08).
Der normale Bildverkauf und die Arbeit gehen jedoch weiter und es wird nach Wegen gesucht, die Agentur am Leben zu halten.
Bildagentur AP verbietet Weiternutzung von Outtake-Fotos
Juli 4, 2008Unbestätigten Gerüchten zufolge (via StockPhotoTalk) soll der neuen Fotografenvertrag der Nachrichten- und Bildagentur Associated Press (AP) verbieten, Outtakes von Aufträgen selbst weiterzunutzen.
Outtakes sind Fotos, die im Rahmen eines bezahlten Auftrags entstanden sind, für diesen aber dann nicht benötigt werden.
Bisher konnten AP-Fotografen diese Fotos an andere Bildagenturen weiterverkaufen und so etwas Geld zusätzlich verdienen. Da dem neuen Vertrag nach angeblich alle Fotos AP gehören sollen, wäre das nicht mehr möglich.
Auch an anderer Front ballt sich Ärger gegen AP zusammen, der am besten von TechCrunch zusammengefasst wird.
Gastbeitrag über meine Canon 5D auf Kwerfeldein
Juni 28, 2008Martin Gommel vom Blog “Kwerfeldein” bat mich, einen Gastbeitrag über die Erfahrungen mit meiner Kamera Canon 5D zu schreiben. Viel Spaß beim Lesen.
Jung und blond
Juni 26, 2008Ich hatte mir vorgenommen, mehr Männer zu fotografieren. Vor allem, weil ich schon viele Fotos von jungen, blonden Mädchen im Portfolio habe. Wenn aber eine Fünfzehnjährige nett fragt und dazu noch ein sehr puppenhaftes Gesicht hat, sollte sie auch eine Chance bekommen.
Bei mir war ihr erstes richtiges Foto-Shooting und sie hat gemerkt, dass es “doch anstrengender als Schule” ist. Aber dafür sind auch viele ansprechende Fotos entstanden.
Außerdem gab es eine halbe Premiere. Zum ersten Mal kam bei einem meiner Outdoor-Shootings der große 2×1m-Reflektor von California Sunbounce zum Einsatz, den der Vater des Model netterweise gehalten hat. Da es jedoch schon stark bewölkt war, ist der aufhellende Effekt nicht ganz so gut sichtbar wie bei Sonnenschein.
Der Einsatz von diesem Riesenteil erzeugte am Parkrand gleich einen kleinen Auflauf, aber da muss ein Model professionell sein und sich nichts anmerken lassen.
Welche Themen suchen Bildkäufer?
Juni 19, 2008Oft heißt es in Anleitungen für Stockfotografen: “Versetzen sie sich in die Lage des Kunden!“
Noch besser ist es jedoch, gleich die Kunden zu fragen, was für Fotos sie gerne kaufen. Da das für jeden einzelnen sehr aufwändig wäre, bin ich froh, dass die Bildagentur Photoshelter das für alle gemacht hat.
Hier das kurz zusammengefasste Ergebnis der Umfrage:
Gesucht, aber nicht genug gefunden werden vor allem und in dieser Reihenfolge:
- glaubhafte, ehrlich, ungekünstelte Motive
- Bildungsmotive
- nicht-gestellte Handlungen
- Frauen
- Religion
- Männer
- Parties
- Erwachsene über 50
- Musiker
- humorvolle Situationen
- Übergewicht
- lockeres Business-Outfit (casual)
Mehr und genauere Analysen im Blog von Photoshelter.
(Danke an den StockPhotoTalk für den Link.)
Wie geht es Getty Images?
Juni 17, 2008Als börsennotierte Firma muss die Bildagentur Getty Images ab und zu Einblick in ihre Zahlen gewähren. Das kann ganz unterhaltsam sein, auch wenn die kleinen Zahlen und Fließtexte schwer zu lesen sind.
Demnach hat Getty zwei Trends ausgemacht, die auch andere längst erkannt haben dürften:
- Die Verlagerung der Bildnutzung von den Printmedien zum Internet.
- Die Verbreitung von Microstock-Bildern, also Fotos für 1-20 Euro.
Es ist auch zu sehen, dass die Umsätze von istockphoto den Verlust hochpreisiger Fotoverkäufe über Getty Images halbwegs aufgefangen haben. Ob das im nächsten Jahr auch so sein wird?
Am interessantesten ist jedoch, wie Getty versucht, die Auswirkungen von istockpohoto auf das Kerngeschäft kleinzureden.
- Fotos in Microstock-Agenturen seien von geringerer Qualität,
- würden für allem von Kleinunternehmen benutzt werden und
- große Firmen würden diese Fotos nur für interne Zwecke wie Präsentationen nutzen.
Wie ironisch, dass ausgerechnet das Times-Magazin in der Ausgabe vom 02. Juni 2008 ein istock-Foto auf dem Titelblatt hatte. Und Fotografen wie Yuri Arcurs fotografieren längst mit einer digitalen Mittelformat-Hasselblad-Kamera für Microstock-Webseiten.
In dem Bericht sind noch viele andere, wichtige, spannende oder kuriose Fakten zu lesen. Oder wusstet ihr, dass Getty Images in jedem Land Marktführer ist - außer in Japan?
(Danke an “Thoughts Of A Bohemian” für den Link und weitere interessante Interpretationen.)
Von Bauarbeitern und Deutschland-Fans
Juni 16, 2008Passend zur Fußball-EM gibt es paar Fan-Fotos, für die dazugehörigen Umsätze leider etwas zu spät.
Dafür ist das Thema “Bauarbeiten” längerfristig nachgefragt. Damit wir die ganzen coolen Absperrungen und Signalleuchten nutzen konnten, bin ich mit dem Model einfach zur nächstgelegenen Baustelle gefahren und habe die Arbeiter nett gefragt. Schien kein Problem zu sein, dafür wurde ich von einer Autofahrerin gefragt, ob ich ihr sagen könne, wie sie die gesperrte Straße umfahren könne. Dass ich ihr nicht helfen konnte, wollte sie mir nicht glauben.
Bei der Outdoor-Session hatte ich mehr Glück mit dem Wetter, sprich: Es war bewölkt.
Ich verrate auch gleich einen Trick von Marathon-Fotografen, um in Richtung Kamera laufende Personen scharf zu bekommen. Auf dem Boden wird eine Stelle markiert, mit Gaffertape oder in unserem Fall einem kleinen Stöckchen. Darauf wird vorher mit manuellem Fokus scharf gestellt und wenn die Person genau über der Markierung ist, wird ausgelöst. Klingt einfach, erfordert aber etwas Übung. Ist aber trotzdem leichter, als den AL Servo-Autofokus bändigen zu wollen.
Wer genau hinschaut, sieht, dass das Model auf den Bauarbeiter-Fotos mehr Bart hat als auf den anderen Outdoor-Bildern. Ganz professionell hat es sein Rasierzeug mitgebracht und sich nach dem rauen Look unterwegs auf der Toilette eines Restaurants für die Business-Fotos glatt geschminkt.
Unfaire vs. faire Fotowettbewerbe
Juni 10, 2008Die Tücke steckt im Kleingedruckten: So mancher tolle Preis beim Fotowettbewerb muss in Relation zu den Bedingungen gesetzt werden, zu denen ein Foto eingesandt wird. Wer von der Fotografie lebt, kann es sich nicht leisten, Bildrechte willkürlich zu verschenken.
Umso lobenswerter ist die Sammlung unfairer Wettbewerbsbedingungen hier auf fotowettbewerbe.de. Nach der Lektüre vergeht einem oft die Lust am Teilnehmen. Zu Recht.
Immerhin werden auch positive Gegenbeispiele genannt. Eine Pflichtlektüre für Teilnehmer von Fotowettbewerben.
Verfasst von R. Kneschke


















